Potenzielle Gefahrenquellen für Katzen

Wenn du eine Katze hältst, solltest du dich früher oder später auch mit der Frage auseinandersetzen, welchen Gefahren dein Haustier im Alltag ausgesetzt ist. Denn auch wenn die meisten Gefahrenquellen sich natürlich nicht vollständig neutralisieren lassen, gibt es doch viele Möglichkeiten, den Alltag deiner Katze sicherer zu gestalten. Das gilt sowohl für reine Wohnungskatzen als auch für Freigänger, die naturgemäß höheren Risiken ausgesetzt sind.

Die größten Gefahren für Freigänger und Wohnungskatzen

Im folgenden Beitrag haben wir für dich einige der wichtigsten Gefahrenquellen zusammengestellt, mit denen deine Katze im Alltag konfrontiert ist. Zusätzlich geben wir dir Tipps, wie du Sicherheitsmaßnahmen bei Katzen triffst, um diese Risiken zu minimieren und wie du im Ernstfall handeln solltest.

Gefahren für Freigänger:

  • Autos und Verkehr
  • Gift (zum Beispiel Rattengift)
  • Einsperren in Kellern
  • giftige Pflanzen

Gefahren für Katzen im Haushalt:

  • Stürze aus der Höhe
  • Gefährliche Haushaltsgegenstände
  • Übergewicht und mangelhafte Bewegung
  • Für Katzen gefährliche Nahrung

Grundsätzlich gilt dabei natürlich, dass einige der Gefahrenquellen sowohl im Haus als auch draußen lauern. Als Katzenhalterin oder Katzenhalter solltest du daher alle folgenden Hinweise studieren, ganz egal, wie du deine Katze hältst.

Allgemeine Tipps, um Gefahren von Freigängern abzuwenden

Katzen, die sich eigenständig im Freien bewegen, sind von den Gefahren der modernen Alltagswelt besonders betroffen. Das liegt nicht nur daran, dass draußen mehr Gefahren lauern als in den eigenen vier Wänden. Vor allem sorgt die Selbstständigkeit der Tiere dafür, dass Verletzungen und andere Gefahrenauswirkungen mitunter erst später bemerkt werden als bei im Haus lebenden Katzen. Besonders dramatisch ist das bei schweren Verletzungen, in deren Folge das Tier es nicht mehr aus eigener Kraft nach Hause schafft.

Dem lässt sich durch Vorbereitung etwas entgegensetzen. In den letzten Jahren sind zum Beispiel spezielle Katzenhalsbänder mit GPS-Tracker immer populärer geworden. Aber auch einfachere Lösungen, bei denen eine Katze zum Beispiel mit einem „Airtag“ von Apple oder ähnlichen Produkten anderer Hersteller versehen werden, können im Ernstfall bereits äußerst hilfreich sein. Auch solltest du erwägen, deine Katze chippen zu lassen, damit sie, wenn sie von jemand anderem gefunden und ins Tierheim gebracht wird, identifiziert werden kann.

Letzteres kann auch dann sinnvoll sein, wenn du deine Katze eigentlich nur im Haus hältst. Denn gelingt einer Hauskatze einmal die „Flucht“ aus den vier Wänden, ist das Risiko, dass sie sich draußen nicht zurechtfindet und verloren geht, vergleichsweise groß.

In Haushalten mit mehreren Menschen, wie zum Beispiel Familien, sollte zudem klar geregelt sein, wer für die Katze verantwortlich ist. Dadurch fällt meist schneller auf, wenn das Tier nicht mehr nach Hause kommt. Dadurch können für die Suche oft wertvolle Stunden gewonnen werden.

Autos und Verkehr

Das größte Risiko für frei laufende Katzen stellt typischerweise der Autoverkehr dar. Gerade wenn du in der Nähe einer viel befahrenen Straße lebst, solltest du das berücksichtigen. Insbesondere bei Nacht, wenn das Tier nicht gut zu sehen ist und die Straßen zugleich weniger stark befahren sind, besteht ein erhöhtes Risiko. Je nach konkreter Situation vor Ort kann es daher zum Beispiel sinnvoll sein, den Bewegungsspielraum des Tieres aktiv in eine von der Straße wegführende Richtung zu öffnen bzw. zur Straßenseite des Grundstücks hin für Hindernisse zu sorgen, die es für die Katze unattraktiv machen, sich dorthin zu bewegen. Trägt die Katze ein Halsband, können reflektierende Anhänger eine Möglichkeit sein, sie bei Nacht sichtbarer zu machen.

Rattengift

Eine weitere wesentliche Gefahrenquelle für Katzen sind Rattengiftköder, die im öffentlichen Raum ausgelegt werden. Speziell sehr kleine Katzen, die mitunter in die für die Köder vorgesehenen Metall- oder Kunststoffschienen kriechen können, sind potenziell gefährdet. Aber auch größere Katzen können mit Rattengift in Kontakt kommen. Zum Beispiel, wenn eine Ratte den Köder aus der Schiene herausträgt und im Freien liegen lässt.

Zu den Symptomen, die Katzen nach dem Kontakt mit Rattengift zeigen, können zum Beispiel Blutungen, Zuckungen, Atembeschwerden, Erbrechen und Durchfall sowie Schwäche und Lethargie gehören. Wenn der Verdacht besteht, dass deine Katze Rattengift aufgenommen hat, musst du sie umgehend zur Tierärztin bzw. zum Tierarzt bringen. Pflege zu Hause reicht in so einem Fall nicht aus. Damit du dir im Ernstfall auch keine Gedanken über die Kosten einer professionellen tierärztlichen Behandlung machen musst, solltest du zudem darüber nachdenken, eine Katzenkrankenversicherung oder sogar eine Katzen-OP-Versicherung abzuschließen.

Einsperren in Kellern

Ein weiteres erhebliches Risiko für Freigängerkatzen besteht darin, dass diese durch offene Fenster in fremde Keller klettern können. Häufig gelingt den Tieren danach das eigenständige Verlassen des unbekannten Kellers nicht mehr. Schlimmstenfalls bleiben die Katzen damit dann im Keller eingesperrt.

Sollte deine Katze einmal für längere Zeit nicht nach Hause kommen, ist es daher sinnvoll, Nachbarinnen und Nachbarn darum zu bitten, zu prüfen, ob sie sich vielleicht in deren Keller verirrt hat. Auch auf Such-Aushängen sollte der Hinweis, nach Möglichkeit in Kellern nach der vermissten Katze zu schauen, nicht fehlen.

Giftige Pflanzen

Sowohl für Freigänger als auch für im Haus lebende Katzen können giftige Pflanzen eine Quelle der Gefahr darstellen. Zu den für Katzen gefährlichen oder zumindest gesundheitsschädlichen Pflanzen zählen zum Beispiel Lilien, Azaleen, Efeu und Aloe vera. Im Freien kommt es normalerweise nicht dazu, dass Katzen diese für sie ungesunden oder sogar gefährlichen Pflanzen aus Versehen fressen. Katzen, die ausschließlich im Haus gehalten werden und daher viele ihrer natürlichen Neigungen nicht richtig ausleben können, sind dagegen anfälliger dafür, auch solche Pflanzen zu fressen. Du solltest daher darauf achten, giftige Pflanzen für Katzen unerreichbar aufzustellen oder aufzuhängen. Soweit es möglich ist, solltest du zudem versuchen, besonders schädliche Pflanzen gegen unbedenklichere zu tauschen.

Haushaltsgegenstände

Auch viele auf den ersten Blick harmlose Haushaltsgegenstände können für Katzen eine Gefahr darstellen. Vor allem spitze Gegenstände oder solche mit scharfen Kanten sind diesbezüglich zu nennen. Aber auch kleine Gegenstände können für deine Katze zum Risiko werden, wenn sie sie frisst. Gummibänder, Plastikfetzen oder Fäden zum Beispiel können von Katzen aufgenommen werden und ernsthafte Probleme verursachen. Achte darauf, solche Gegenstände nicht herumliegen zu lassen. Das gilt nicht nur für den Fußboden, sondern auch für Tische und Arbeitsflächen, die deine Katze erreichen kann.

Weiterhin können natürlich auch Reinigungsmittel und Medikamente zur Gefahr für deine Katze werden. Gerade in kinderlosen Haushalten lassen viele Menschen solche Dinge häufig vergleichsweise achtlos herumstehen. Achte darauf, dass deine Katze keine Möglichkeit hat, mit derartigen Mitteln in Kontakt zu geraten.

Schaffe zudem eine Reihe explizit katzengerechter Haushaltsgegenstände an, mit denen deine Katze sich zwischendurch beschäftigen kann und die ihrem Drang nach selbstbestimmter Autonomie gerecht werden. Kratzbäume und -matten gehören genauso dazu, wie Rückzugsräume, zum Beispiel in Form eines Korbs oder einer gemütlich ausgelegten Kiste. Katzenspielzeuge sind ebenfalls wichtig, um dem Tier weniger Anlass zu geben, mit gefährlicheren Haushaltsgegenständen zu spielen.

Balkone

Um Katzensicherheit auch auf dem Balkon zu gewähren, solltest du über die Anschaffung eines Balkonnetzes nachdenken. Ein solches Netz verhindert, dass deine Katze vom Balkon aus zu unbeaufsichtigten Kletterpartien aufbricht. Das verhindert nicht nur unerlaubte Freigänge, sondern kann das Tier im Ernstfall auch vor einem Absturz schützen. Denn auch wenn Katzen sehr elegante Kletterer sein können, ist ein Ausflug vom Balkon aus meist keine gute Idee.

Mangelnde Bewegung

Insbesondere im Haus lebende Katzen bewegen sich häufig nicht ausreichend. Dadurch können sie zu dick werden, was langfristig Herz- und andere Krankheiten hervorruft. Um dem entgegenzuwirken, solltest du deiner Katze in der Wohnung genügend Bewegungsmöglichkeiten bieten. Kletterstrukturen und Kratzbäume tragen zum Beispiel dazu bei, ihren Bewegungsdrang zu stillen. Zusätzlich solltest du dir auch genügend Zeit nehmen, mit deiner Katze zu spielen. Gerade wenn du nur eine Katze hältst, ist es wichtig, ihr diese Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Nahrung

Falsche Ernährung kann für Katzen ebenfalls eine Gefahrenquelle darstellen. Vor allem sollten im Normalfall keine Reste vom Esstisch ihren Weg in den Futternapf finden. Die empfindliche Verdauung der Tiere kommt mit vielen für uns Menschen normalen Lebensmitteln nicht zurecht. Zudem gibt es viele Lebensmittel, die für Katzen ganz explizit gefährlich sein können.

Dazu zählen zum Beispiel:

  • Kakao bzw. kakaohaltige Lebensmittel wie etwa Schokolade
  • Knochen (sowohl roh als auch gekocht)
  • Fettreste
  • Kuhmilch (und auch Milchprodukte)
  • Salz
  • Weintrauben und Rosinen
  • Johannisbeeren
  • hefehaltiger Teig
  • Thunfisch
  • Allium (das sind „zwiebelartige“ Gemüse wie Zwiebeln, Knoblauch, Porree oder Schnittlauch)

Dass Produkte wie alkoholhaltige Getränke, Cola oder Energydrinks für Katzen (und auch andere Haustiere) tabu sind, sollte sich von selbst verstehen.

Katzen müssen daher nach Möglichkeit nur mit Katzennahrung gefüttert werden. Gerade bei im Haus lebenden Katzen, aber auch bei Freigängern ist es wichtig, darauf zu achten, das Tier nicht zu überfüttern. Ist die Katze zu dick, macht sie das anfälliger für viele Krankheiten.